Bericht von Toni Peprny
Vom 03. bis 06.07.2026 fanden im 521 Kilometer entfernten bayerischen Marktschellenberg die sogenannten Kirtage statt. Neben einem riesigen Festzelt, zahlreichen Ständen und vielfältigen Freizeitangeboten durften wir als RVE Lugau einen Freundschaftskampf auf einer Bühne im Festzelt bestreiten.
Der örtliche Ringerverein, der TSV Berchtesgaden, hatte uns durch den ehemaligen Lugauer Uwe Petersen in seine neue Wahlheimat eingeladen.
Wir reisten mit einer Delegation von insgesamt acht Aktiven und einem Coach an. Direkt nach unserer Ankunft konnten wir uns bei einer 45-minütigen Wanderung auf die Kneifelspitze (1.189 m ü. NN) die Müdigkeit der sechsstündigen Anreise aus den Beinen laufen. Begleitet wurden wir dabei von Tobi Küpper, dem 61-kg-Ringer des TSV Berchtesgaden. Der beeindruckende Ausblick auf den Königssee und die umliegende Berglandschaft entschädigte voll und ganz für die Anstrengungen des Aufstiegs.
Anschließend führte uns Tobi zu unserem Nachtquartier, der Trainingshalle des TSV, wo wir uns mit den örtlichen Trainingsbedingungen vertraut machten.
Nach einer kurzen Besichtigung der Halle ging es direkt weiter zur Wettkampfstätte nach Marktschellenberg. Dort wurden wir von den Berchtesgadener Ringern herzlich empfangen und konnten uns in Ruhe auf den bevorstehenden Freundschaftskampf vorbereiten.
Bei der finalen Abstimmung der Kampfpaarungen kam es bereits zur ersten kleinen Überraschung: Der bayerische Schwergewichtler Maximilian Leo wollte unbedingt gegen unseren eigentlichen Coach Anton Vieweg antreten. Kurzerhand nahm Anton die Herausforderung an. Maximilian Leo gehört der Nachwuchsnationalmannschaft an, gewann in den vergangenen Jahren bereits Medaillen bei Europameisterschaften und nahm zudem an der U17-Weltmeisterschaft teil.
Nach dem Austausch der Gastgeschenke konnte die Veranstaltung mit kurzer Verzögerung um 14:45 Uhr beginnen. Neben den Kämpfen unserer acht Ringerinnen und Ringer ergänzte der TSV die Veranstaltung um drei vereinsinterne Vergleiche. Damit war die gesamte Bandbreite des Ringkampfsports vertreten: Jugend-, Frauen- und Männerringen vereint in einem Mannschaftskampf.
Durch die leicht angepassten Bedingungen – eine kleinere Kampffläche sowie eine auf einer etwa einen Meter hohen Bühne platzierte Matte – standen vor allem der Spaß und die Vermeidung möglicher Verletzungen im Vordergrund.
Alle acht Lugauer Athletinnen und Athleten konnten ihre Kämpfe gewinnen. Über die volle Kampfzeit mussten lediglich Iqbal (6:6 Punktsieg) und Anton (6:1 Punktsieg) gehen. Mit technischer Überlegenheit setzten sich Idris (16:0) und Makar (17:1) durch. Janique (6:2), Erik (6:0), Nils (5:5) und Hamex (6:4) entschieden ihre Duelle jeweils vorzeitig durch Schultersieg für sich.
Nach der Verabschiedung der Mannschaften, gemeinsamen Erinnerungsfotos sowie dem gemeinsamen Abbau von Matte und Bühne konnten die Vorbereitungen für den Abend beginnen.
Zur Erfrischung sprangen wir zunächst in die glasklare Salzach, bevor wir anschließend zum Festgelände zurückkehrten. Dort angekommen wurden wir mit Essens- und Getränkemarken ausgestattet und konnten die bayerische Kultur kulinarisch ausgiebig kennenlernen. Neben riesigen Brezeln, Hendl, Currywurst, Schnitzel, Knödeln und vielen weiteren Spezialitäten gab es bayerisches Bier in zahlreichen Variationen. Besonders empfohlen wurden uns Goaß und andere Biermischgetränke. Das Besondere an diesem Abend war jedoch, dass die gesamte Veranstaltung unter dem Motto „Weinfest“ stand.
Für die musikalische Unterhaltung sorgte durchgehend eine Live-Band mit Blechblasinstrumenten und Akkordeon. Auf Gesang wurde dabei vollständig verzichtet. Die tänzerische Gestaltung des Abends übernahm der Trachtenverein. Groß und Klein präsentierten in traditionellen Trachten beeindruckende Volkstänze und sorgten für beste Unterhaltung.
Zwischen den Aufführungen durfte jeder selbst das Tanzbein schwingen. Allerdings wurde dabei ausschließlich traditionell – Mann mit Frau – zu volkstümlicher Musik getanzt. Da niemand aus unserer Delegation des Volkstanzes mächtig war, verzichteten wir darauf und widmeten uns stattdessen lieber den zahlreichen kulinarischen Angeboten.
Zwischen Mitternacht und 01:00 Uhr neigte sich die Veranstaltung schließlich dem Ende entgegen, und wir kehrten in unser Nachtquartier zurück.
Alles in allem war es ein rundum gelungener Ausflug zu unseren neuen Freunden aus Berchtesgaden. Ein besonderer Dank gilt allen Ringern des TSV, die uns zuliebe größtenteils in ihrer weniger bevorzugten Stilart antraten. Andernfalls hätten einige Kämpfe sicherlich einen anderen Verlauf genommen.
Ebenso möchten wir uns herzlich bei Trainer Benedikt Graßl sowie Präsident Wasti Reidei bedanken. Beide haben alles in ihrer Macht Stehende getan, um unseren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Die gesamte Organisation war hervorragend durchdacht, und der gesamte Tag verlief reibungslos.
Für unser Team war die Reise eine schöne Gelegenheit, noch enger zusammenzuwachsen und viele neue Erfahrungen zu sammeln.
Uns bleibt daher nur noch zu sagen: VIELEN DANK für die Einladung!